5:7-Heimniederlage gegen die Harzer Falken

Zwölf-Tore-Spektakel in Harsefeld

Es war das erwartet schwere Spiel – und ein echter Eishockey-Krimi! Die TuS Harsefeld Tigers lieferten sich am Sonntagabend, dem 25. Oktober, vor 507 Zuschauern mit den EC Harzer Falken einen packenden Schlagabtausch auf Top-Niveau. Zwölf Tore, temporeiches Eishockey, spektakuläre Szenen und eine faire Partie mit lediglich sechs kleinen Strafen sorgten für beste Eishockey-Unterhaltung. Am Ende mussten sich die Tigers nach 60 intensiven Minuten knapp mit 5:7 (2:2, 1:3, 2:2) geschlagen geben.

Tigers mit Blitzstart

Die Tigers erwischten einen Traumstart und gingen früh in Führung. Bereits in der ersten Spielminute traf August Sandell zum 1:0, ehe Till Steffens in der siebten Minute auf 2:0 erhöhte. Die favorisierten Gäste aus dem Harz fanden in der Anfangsphase kaum Mittel gegen druckvoll aufspielende Harsefelder, die das Geschehen weitgehend ins Harsefelder Angriffsdrittel verlagerten.

Doch die Gäste kämpften sich zurück. Kosnar verkürzte auf 2:1 und leitete damit die Wende ein. Kurz darauf folgte ein echtes Traumtor: Regan Nagy jagte die Scheibe unhaltbar unter die Latte und stellte den Spielstand auf 2:2. Innerhalb von nur zehn Sekunden hatten die Falken zweimal zugeschlagen und noch vor der ersten Drittelpause den Gleichstand hergestellt.

Drei Gegentore in vier Minuten

Im zweiten Drittel gewannen die Harzer Falken zunehmend Spielanteile und drehten die Partie. In der 26. Minute gingen die Gäste erstmals in Führung. Was folgte, war eine entscheidende Phase: Innerhalb von nur vier Minuten trafen die Falken dreimal – in der 26., 27. und 30. Minute, darunter auch in Überzahl. Aus dem 2:2 wurde so ein 2:5.

Die Tigers ließen sich davon jedoch nicht entmutigen. Juho Arminen verkürzte im Powerplay in der 39. Minute, kurz vor der zweiten Pausensirene, auf 3:5 und hielt Harsefeld damit im Spiel.

Dramatische Schlussphase

Im Schlussdrittel begegneten sich beide Mannschaften wieder auf Augenhöhe. Die Zuschauer sahen hochklassiges Eishockey mit schnellen Umschaltbewegungen, intensiven Zweikämpfen und gefährlichen Aktionen vor beiden Toren.

In der 54. Minute nutzten die Gäste einen Fehler in der Harsefelder Defensive und bauten ihre Führung auf 6:3 aus. Doch die Tigers gaben sich noch lange nicht geschlagen. Brayden Morrison brachte Harsefeld in der 57. Minute (PP1) auf 4:6 heran, ehe Juho Arminen nur zwei Minuten später auf 5:6 verkürzte. Plötzlich war der Eishockey-Krimi wieder völlig offen!

Um doch noch den Ausgleich zu erzwingen, nahmen die Tigers ihren Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Der Mut zum Risiko wurde allerdings nicht belohnt: Mit einem Treffer ins verwaiste Tor besiegelten die Harzer Falken in der 60. Minute den 5:7-Endstand.

Zwölf Tore, viel Tempo – und wichtige Erkenntnisse

Ein offener Schlagabtausch, schnelles Umschaltspiel und konsequente Chancenverwertung auf beiden Seiten sorgten für Tore am Fließband. Insgesamt zwölfmal zappelte die Scheibe im Netz. Keine Mannschaft konnte sich dauerhaft entscheidend absetzen, denn auf nahezu jede erfolgreiche Offensivaktion folgte eine Antwort des Gegners.

Die Tigers bewiesen mit fünf eigenen Treffern, dass sie auch gegen einen favorisierten Gegner spielerisch mithalten können. In vielen Spielen wäre eine solche Offensivleistung eine hervorragende Grundlage für einen Sieg. Gleichzeitig offenbart dieses Ergebnis noch Schwächen, die in der kommenden Spielanalyse aufgearbeitet werden müssen.

Für die Harzer Falken war der Erfolg besonders bemerkenswert: Erstmals seit sechs aufeinanderfolgenden Hauptrundenpartien ohne einen solchen Erfolg nahmen sie wieder die vollen drei Punkte aus Harsefeld mit.

Für die Tigers bleibt trotz der Niederlage die Erkenntnis, dass sie mit Tempo, Einsatz und offensiver Durchschlagskraft auch gegen starke Gegner bestehen können. Jetzt gilt es, die richtigen Schlüsse aus diesem torreichen Eishockey-Abend zu ziehen.